ExpertInnen diskutierten über "Legal Tech Start-ups"

Durch zunehmende IT-Potentiale steigt die Bedeutung von Legal Technology für die Rechtsberatung stetig an.

Unter der Moderation von Professor Nikolaus Forgó, Leiter des Universitätslehrgangs "Informations- und Medienrecht", wurde im Dachgeschoß des Juridicums am 11. Dezember eifrig über „Legal Tech Start-ups“ diskutiert.

Franziska K. Lehner stellte die Initiative „Legal Tech Initiative Austria eV“ und deren Angebote vor. "Legal Technology" unterstützt juristische Arbeitsprozesse durch eine automationsunterstützte Herangehensweise. Ziel der Initiative sei es, das Bewusstsein zur technische Innovationen zu erhöhen und die Entwicklungen in diesem Bereich positiv voranzutreiben.

Über Potentiale, Besonderheiten und Risiken von Start-ups sprach Markus Raunig (AustrianStartups). In Österreich gibt es ca. 2000 bis 3000 Start-ups, die Hälfte davon in Wien. Da rund 90 Prozent der Gründer männlich sind, motivierte Raunig besonders das weibliche Publikum zu Gründungen. Zudem verdeutlichte er die Schnelligkeit des technologischen Wandels: Brauchte das Telefon im Jahr 1876 etwa 75 Jahre um 100 Millionen Benutzer zu erlangen, erreichte dies "Pokemon go" im Jahr 2016 in nur drei Monaten.

Gernot Fritz (Freshfields Bruckhaus Deringer) berichtete über rechtliche Entwicklungen und Rahmenbedingungen. Er stellte die Entwicklungen in seiner Kanzlei vor: Dort wird beispielsweise die Software KIRA zur Vertragsanalyse eingesetzt. Diese Software muss trainiert werden - Fritz verglich dies mit der Entwicklung eines Kleinkindes.

Axel Anderl (Dorda Rechtsanwälte GmbH) stellte die kritische Frage, ob die MitarbeiterInnen von Kanzleien für Legal Technology denn bereit seien. Denn "Muster" (sowohl analog als auch digital) würden MitarbeiterInnen dazu verleiten, diese zu übernehmen und nicht mehr zu hinterfragen.

Ein erfolgreiches Start-up stellte Veronika Haberler vor: "LeReTo". Es handelt sich um ein Online-Tool, das Urteile und Schriftsätze auf zitierte juristische Quellen durchsucht und abfragen kann.

Die Veranstaltung wurde ausgerichtet von der Legal Tech Initiative Austria eV, der Wissenschaftlichen Interessensgemeinschaft IT-LAW.AT, dem Universitätslehrgangs für Informations- und Medienrecht und dem Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht.

Nähere Informationen zum Universitätslehrgang "Informations- und Medienrecht"