Wintersemester 2014/15 – Modul Politik

Paradoxien der Demokratie in Lateinamerika

Leitung: Tobias Boos, Ulrich Brand, Bettina Köhler und Tobias Zortea

In den letzten 15 Jahren finden in einigen Ländern Lateinamerikas überaus dynamische Prozesse der Demokratisierung statt. Auch wenn es starke Unterschiede zwischen den einzelnen lateinamerikanischen Ländern gibt, so lässt sich in vielen ein Bruch mit dem neoliberalen Paradigma der vorangegangen Jahre ausmachen. Nach der década perdida der achtziger Jahre und dem Neoliberalismus der neunziger Jahre zeichnet sich die "década en movimiento", durch überaus spannende, aber auch widersprüchliche Prozesse der Demokratisierung aus. Neben wirtschaftspolitischen Veränderungen werden im Rahmen dieser Prozesse, wie noch nie seit der Rückkehr zur Demokratie in den achtziger Jahren, grundlegende Fragen der Organisierung und Demokratisierung von Gesellschaft aufgeworfen und versucht neu zu beantworten. Dabei reichen die Veränderungen, welche wesentlich von sozialen Bewegungen vorangetrieben wurden, von sozialstaatlichen Errungenschaften und Politisierungseffekten in Ländern wie Brasilien und Argentinien bis hin zur Neufundierung des Staates qua Verfassung in Ländern wie Bolivien, Ecuador und Venezuela. Neben diesen Demokratisierungseffekten zeichnen sich jedoch auch zunehmend die Grenzen des eigeschlagenen Weges ab. Neue wirtschaftspolitische Problemstellungen, sozio-ökologische und politische Konflikte lassen neue Widersprüche und Brüche zu Tage treten.

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