Wintersemester 2016/17

¿Fin del Ciclo? - Eine Bestandsaufnahme nach anderthalb Jahrzehnten progresismo

Semesterleitung: Ulrich Brand, Tobias Boos, Magdalena Heuwieser, Tobias Zortea

Lehrveranstaltungen

Nach anderthalb Jahrzehnten unter den so genannten progressiven Regierungen in einigen Ländern Lateinamerikas, kämpfen diese aktuell mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen und schwindendem gesellschaftlichen Rückhalt. Nach Jahren der wirtschaftlichen Prosperität und des sozialen Fortschritts treten die Grenzen des neo-desarrollistischen Entwicklungsmodells zutage, welches die Regierungen in dieser Zeit vorangetrieben haben. Die Handlungs- und Verteilungsspielräume werden kleiner. Folge ist, dass einerseits konservative Kräfte zunehmend Widerstand und Protest organisieren und ihre Chance gekommen sehen, Privilegien zurückzuerobern, die seit der Jahrtausendwende abgebaut wurden. Andererseits lassen die Regierungsprojekte ihrerseits zunehmend repressive Tendenzen erkennen, die soziale Bewegungen und andere Akteure, die sie in jenen Jahren kritisch-solidarisch begleitet haben, kriminalisieren. Das Ende eines Zyklus könnte sich abzeichnen.

Im Rahmen des Politikmoduls im Wintersemester 2016/17 wollen wir eine Bestandsaufnahme der letzten anderthalb Jahrzehnte gesellschaftlicher Transformation vornehmen. Jene Prozesse firmieren bis heute weltweit als zentrale Referenzpunkt für alternative Projekte, die die globale Neoliberalisierung seit Beginn der 1980er Jahre kritisieren und praktisch infrage stellen. Deshalb soll es während des Semester nicht nur um die politischen, sozio-ökonomischen und kulturellen Prozesse in den lateinamerikanischen Ländern selber gehen, sondern auch um die Frage, welche allgemeinen Erkenntnisse und Schlüsse aus den Erfahrungen unter den genannten Regierungsprojekten gezogen werde können.