Rückblick: Forum Kunstrecht im Palais Kinsky

Den ersten Vortrag hielt Professor Heinz-Peter Mansel über die Sicherungsübereignung von Kunstwerken im Internationalen Rechtsverkehr. Er erläuterte die Unterschiede des Instituts der Sicherungsübereignung in der deutschen, österreichischen und Schweizer Rechtsordnung. Professor Mansel erklärte, dass die sogenannten "rechtsfreien Räume" der schweizer Zollfreilager, entgegen medialer Meinung, keine sind, sondern, dass in ihrem Falle nicht zu unterschätzende IPR-rechtliche Fragen zu klären sind.

Dr. Franz Pichorner brachte den "Verkauf von Museumsgut" den Teilnehmern näher. Er erklärte anschaulich, dass Deakzession nicht einfach "Verkauf" bedeutet und zu einer der heikelsten Aufgaben eines Museums zählt. Der Direktor Archivs des KHM erzählte welche unterschiedlichen Verfahren und Arten für Deakzession bestehen. Auch die unterschiedlichen Meinungen über die Zulässigkeit von Deakzession wurden erwähnt. Es war interessant zu erfahren, dass in Amerika im Vergleich zu Europa diesbezüglich eine konträre Ansicht vorherrscht.

Professor Michael Tanzer stellte in seinem Vortrag "Künstler und Kulturschaffende im Steuerrecht" den Kunst-und Kulturschaffenden in den Mittelpunkt seiner steuerrechtlichen Betrachtung.

Professor Walter Summersberger sprach über Kulturgüter im Zollrecht. Er erläuterte neben den spezifischen Regelungen über die Ein- und Ausfuhr von Kunstwerken bzw. Kulturgütern in Drittländer und innerhalb der EU, welche bedeutsame Rolle dem Zoll beim Kulturgüterschutz zukommt. 

Dr. Petra Eibel veranschaulichte mittels interessanter Fälle, wie sich die Beschädigung von Kunstwerken auf deren Wert auswirkt. Sie gab Einblick wie intensiv die Kunstversicherung auch an der Beseitigung von Schäden an Kunstwerken eingebunden ist. Ebenfalls wurde an Hand unterschiedlicher Fälle deutlich wie sehr die Meinung des Künstlers über den Schaden an seinem Werk, Einfluss die Bewertung hat.

Dr. Nikolai Kemle sprach über die Rechtsbeziehung zwischen Galerist und Künstler. Er demonstrierte welche Regelungen typischerweise ein Galerievertrag zu beinhalten hat und worauf man beim Abschluss eines solchen Vertrags achten sollte.

Dr. Herbert Giese vertiefte in seinem Referat "Bewertung von Kunstwerken aus der Sicht der Kunstexperten" die kunsthistorische Dimension des Kunstexperten. Er stellte diese in den Mittelpunkt, als wesentlichen Aspekt der Preisbildung. Wobei er insbesondere auf die Bedeutung der Erinnerungskultur hinwies.

Professor Walter Rechberger erklärte die Unterschiede, Charakteristika und Grundsätze des österreichischen Schiedsverfahrens. Da er selbst Schiedsrichter in dem Fall "goldene Adele" war, konnte er aus seiner eigenen Erfahrung von diesem sehr bekannten Schiedsgerichtsfall berichten.

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