uniMind-Jahresveranstaltung 2019: "Komplexität"

Mit der uniMind-Jahresveranstaltung am 30. September 2019 beschloss das offene Weiterbildungsprogramm "University Meets Industry" das achte Jahr. ExpertInnen widmeten sich in interaktiven Workshops und Lectures dem Thema "KOMPLEXITÄT" in unterschiedlichen Kontexten.

Die Jahresveranstaltung griff die Erfahrungen des vergangenen Projektjahres auf und bot Gelegenheit zur Vernetzung von Wissenschaft und Praxis. Die Keynote Speech hielt Ulrike Felt, Professorin für Wissenschafts- und Technikforschung am gleichnamigen Institut der Universität Wien, zum Thema "Komplexe Verknüpfungen: Wie technologische Innovationen und Gesellschaft einander formen".

Transdisziplinärer Wissensaustausch zeigt neue Perspektiven auf

Eröffnet wurde die Jahresveranstaltung von Nino Tomaschek (Leiter des Postgraduate Center) und Judith Fritz (Program Management). Sie ließen das vergangene Projektjahr Revue passieren und dankten den PartnerInnen für die ausgezeichnete Zusammenarbeit: der Wirtschaftskammer Wien, der Arbeiterkammer Wien und den Wiener Stadtwerken.

In interaktiven Workshops und anwendungsorientierten Lectures beschäftigten sich WissenschafterInnen und PraktikerInnen unterschiedlicher beruflicher Felder mit der steigenden Komplexität in einer digitalen Welt. Einen besonderen Dank sprachen die beiden den WorkshopleiterInnen und Vortragenden, aber auch TeilnehmerInnen aus, die sich mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung eingebracht habe. Dank ihres Engagements und ihrer Perspektivenvielfalt konnte auch in diesem Jahr zu kreativen Lösungsansätzen gefunden und neuen Impulsen gegeben werden.

Komplexe Verknüpfungen: Technologie und Gesellschaft

Kontemporäre Gesellschaften sind durch rasch voranschreitende wissenschaftlich-technische Innovationen geprägt, die zugleich auch wachsende Unsicherheiten hervorbringen. Gleichzeitig sind es eben diese Innovationen, die uns angesichts großer Herausforderungen Lösungen liefern sollen.

Ausgangspunkt der Keynote von Ulrike Felt war die Feststellung, dass Gesellschaften und Technologien einander prägen. Anhand konkreter Beispiele aus der Welt der Erfindungen (Plastik, Tomatenerntemaschinen, selbstfahrende Autos) veranschaulichte Felt, dass jede Technologie in ein Netzwerk, bestehend aus Regulativen, Handlungen und Werten, eingebettet ist. Diese Netzwerke sind gesellschaftspolitisch ausverhandelt und haben gestaltenden Charakter. Ulrike Felt argumentierte in ihrer Keynote überzeugend, dass verantwortungsvolle Forschung gefordert ist, die Koevolution von Technik und Gesellschaft bewusst anzuerkennen und zu hinterfragen: Welche Werte und Bewertungen werden durch Technologien in der Gesellschaft realisiert und gefestigt? Denn Ausformung von Technologien haben stets einen in- oder auch exkludierenden Charakter und damit erheblichen Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen.

Ulrike Felt diskutierte mit dem Publikum, in welche Richtung diese Verknüpfung von Wissenschaft, Technik und Gesellschaft zeigt. Im Zentrum der Diskussion stand die Frage: Durch welche Mechanismen könnten wir sicherstellen, dass wir auch Grenzen erkennen, an denen technisch Machbares und gesellschaftlich Wünschenswertes aufeinandertreffen und verhandelt werden müssen?

Im Anschluss an die rege Diskussion lud das Postgraduate Center zum gemütlichem Ausklang bei Brötchen und Wein.