Stimmen aus dem Universitätslehrgang

"Nachdem ich die konzeptuelle Entwicklung des Universitätsehrgangs zur Philosophischen Praxis schon von Anbeginn an mitverfolgt hatte, habe ich mich im Jahr 2016, zum für mich frühest möglichen Zeitpunkt, zur Teilnahme an dessen 2. Zyklus entschieden. Mein Antrieb dazu war vor allem der Wunsch, neben meiner akademischen Tätigkeit in der Philosophie - vielleicht sogar auch einmal gänzlich an ihrer Stelle - ein berufliches Standbein in der Philosophie aufzubauen.
Für mich hat der Lehrgang dabei insbesondere deshalb einen besonders hohen Stellenwert, weil ich 1. überhaupt erst durch ihn in Kenntnis der Möglichkeit, in mehr oder minder “beratender” Weise philosophisch mit Menschen arbeiten zu können, gelangt bin und 2., weil ich mir schon bald darüber im Klaren war, dass ich nur im Anschluss an seinen Besuch und auf Basis seiner Lehrinhalte einmal den Mut aufbringen würde, mich tatsächlich im Bereich der Philosophischen Praxis selbstständig zu machen. Der Lehrgang selbst war für mich dann vor allem in menschlicher Hinsicht enorm bereichernd. Auch wenn der Besuch der Lehrveranstaltungen an vielen Wochenenden immer wieder anstrengend war, habe ich mich jedes Mal vorfreudig auf den Weg gemacht. Auch heute denke ich immer noch gerne an die vielen erbaulichen Bekanntschaften mit meinen Mitstreiter*innen und Lehrenden zurück. Inhaltlich haben sich meine Erwartungen an den Lehrgang insofern vollends erfüllt, als ich erwartet hatte, einige erwartete Dinge sowie eine Vielzahl unerwarteter Dinge vermittelt zu bekommen. Nicht anders war es dann auch. Für meine persönliche und berufliche Entwicklung konnte ich letztlich Vieles mitnehmen, auch wenn es schwierig bleibt, dieses Bleibende konkret zu benennen. Das liegt zum Einen daran, dass der Lehrgang ein äußerst breites Spektrum an Input durch verschiedenste Lehrende aus dem In- und Ausland anbietet; zum anderen wird, wer ein stringentes, Rezept-artiges Methodenprogramm zur philosophischen Arbeit mit Menschen erwartet, schon aus prinzipiellen Gründen enttäuscht. Weil es solche Rezepte nicht geben kann, kommt es meines Erachtens vor allem darauf an, den Input des Lehrgangs als solchen zu verstehen und anschließend etwas Eigenes daraus zu machen. Das ist jedenfalls der Weg, den ich mittlerweile in meiner Arbeit mit Individuen und Organisationen eingeschlagen habe. Last, but not least, sei auch betont, dass dieser Lehrgang ein absolutes Alleinstellungsmerkmal besitzt: er ist der erste (und immer noch fast der einzige) Lehrgang für Philosophische Praxis, der im Rahmen einer universitären Institution angeboten wird. Diesen Verdienst verdanken wir in besonderem Maße Dr. Donata Romizi, die sich auch weiterhin in grenzenloser Hingabe um die Anliegen und Bedürfnisse laufender Lehrgänge kümmert und rastlos an deren Verbesserung arbeitet."

Mag. Sebastian Baldinger (Alumnus 2. Zyklus)


Dr. Günther Holzinger, MAS und Mag. Dr. Renate Holzinger, MA (Alumni 2. Zyklus)

"Der Lehrgang versucht, jene Praxis zu beleben, die der akademischen Philosophie verlustig gegangen zu sein scheint: Er gibt Hinweise und Anregungen, wie Philosophie wieder unter die Leute gebracht werden kann. Dabei wird jede*r Philosoph*in herausgefordert, sich einen eigenen Weg zu erarbeiten. In dieser Hinsicht war der Lehrgang für uns anregend und hilfreich zugleich, ein schöner Start zu einem Aufbruch zu neuen Ufern."



1. Wieso haben Sie sich für den Universitätslehrgang "Philosophische Praxis" entschieden?
"In meiner Tätigkeit als Trainer/ Berater und Coach von Organisationen und Einzelpersonen erlebe ich immer wieder, dass Probleme vor allem dadurch entstehen, dass komplexe Zusammenhänge ignoriert werden und dass die falschen Fragen gestellt werden. Dazu ist philosophisches Denken unumgänglich. Leider hat man im Betrieb des Alltagslebens kaum die Zeit und Energie sich intensiv in ein philosophisches Thema zu vertiefen. Dafür ist der Universitätslehrgang "Philosophische Praxis" der ideale Ort."

2. Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?
"Ja, ich fühle mich wirklich bereichert nach dem Lehrgang. Voraussetzung ist, dass man weiß was man davon profitieren möchte. Eine Konsumhaltung funktioniert hier nicht. Der Kurs lebt auch von der Konfrontation mit den Mit-Studierenden und Lehrenden. Meine Erwartungen haben sich vor allem auch durch die fünf Nachholprüfungen erfüllt, die man machen muss, wenn man davor etwas anderes als Philosophie studiert hat."

3. Was waren die größten Herausforderungen für Sie?
"1. Die oben genannten fünf Nachholprüfungen waren zwar sehr arbeitsintensiv, aber lohnend. 2. Die Auseinandersetzungen mit der heterogen zusammengesetzten Studierendengruppe. 3. Die Konfrontation mit einzelnen Lehrenden."

4. Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
"Ich konnte beobachten, wie ich innerhalb dieser zwei Jahre einen philosophischen Denk- und Schreibstil entwickelte. Dies war auch durch das persönliche Feedback einzelner Lehrender möglich. Das werde ich auch künftig beibehalten und das macht vor allem Spaß!"

5. Was konnten Sie mitnehmen (persönlich und beruflich)? 
"Durch die bereits erwähnten fünf Nachholprüfungen habe ich mir ein philosophisches Grundlagenwissen erarbeiten können, das mir in vielen beruflichen und privaten Situation weiterhilft. Privat und beruflich eröffnet das neue Wissen neue Perspektiven und Optionen. Die aktuellen, ethischen und ökologischen Herausforderungen unserer Gesellschaft sind v.a. philosophisch-praktische Themen und Fragestellungen, die in alle Organisationen hineinwirken, wodurch sich neue professionelle Möglichkeiten für mich ergeben. Grundsätzlich fühle ich mich sicherer und selbstbewusster ein philosophisches Thema einzubringen, sei es in Vieraugengesprächen, bei Vorträgen in Gruppen oder in schriftlichen Artikeln."

6. Was war Ihr persönliches Highlight?
"Im Rahmen der philosophisch-praktischen Abschlussarbeit führte ich eine Kunstaktion mit 20 Teilnehmern durch, um den Zusammenhang von Philosophischer Praxis und Aktionskunst erlebbar zu machen. Die Dokumentation dazu habe ich auch veröffentlicht."

6 Fragen an Mag. Peter Eschner (Alumnus 2. Zyklus)

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