Familienunternehmen und Vermögensplanung LL.M.

Die Familie (im weitesten Sinn) als Grundlage der Gesellschaft birgt vielfältige rechtliche Aspekte in sich. Eine vorausschauende Vermögensplanung, die einer langfristigen Sicherung des Vermögens innerhalb der Familie dient, gewinnt in Zeiten von Internationalisierung und Globalisierung zunehmend an Bedeutung. Dies gilt vor allem, wenn größere Vermögen vorhanden sind, besonders bei Familienunternehmen und Unternehmensbeteiligungen.

Fundament der Unternehmenslandschaft in Österreich sind die zahlreichen Familienunternehmen. 90 % aller Unternehmen in Österreich fallen in diese Kategorie.

Aufgrund der sich überlappenden und ergänzenden Sphären Familie – Unternehmen – Vermögen müssen sich Familien und Familienunternehmen besonderen Herausforderungen stellen und können dabei aber auch wesentliche Vorteile nutzen.

Angesichts der allein im Zeitraum zwischen 2014 und 2023 in rund 45.700 kleinen und mittleren Betrieben anstehenden Unternehmensübergaben rücken Fragen der Strukturierung von Eigentums- und Unternehmensverhältnissen sowie der Nachfolgeplanung verstärkt in den Vordergrund. Damit einher gehen sowohl bei der familieninternen, als auch –externen Nachfolgeplanung vielfältige und komplexe rechtliche Aspekte.

An diesem Punkt setzt das erstmals ab Oktober 2018 an der Universität Wien unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer angebotene postgraduale Masterprogramm an.

Shortfacts

Abschluss
Master of Laws (LL.M.)
Dauer
3 Semester berufsbegleitend (ca. 7 Wochenenden pro Semester, je Freitag und Samstag ganztags)
Umfang
60 ECTS, 7 Module
Sprache
Deutsch
Kosten
EUR 15.000,-
Start
Oktober 2020 (Beginn alle zwei Jahre)
E-Mail

Rückblick: Kamingespräch mit Dipl. Ing. Franz Viehböck am 25.01.2019 im Palais Ephrussi

Die Kamingespräche des postgradualen Universitätslehrgangs „Familienunternehmen und Vermögensplanung (LL.M.)“ sind ein exklusives Event, welches den LehrgangsteilnehmerInnen ermöglicht, über den Tellerrand zu blicken und sich auch von bekannten Persönlichkeiten und ihren Werdegängen inspirieren zu lassen. Gastgeber und Mitorganisator ist die B&C Privatstiftung mit ihrem Sitz im Palais Ephrussi. Dieses vom berühmten Ringstraßenarchitekten Theophil Hansen entworfene Prunkbauwerk wurde zuletzt über das Buch von Edmund de Waal „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ wieder neu entdeckt.

 

Sein Doktoratsstudium abbrechen, um an einem Weltraumprojekt teilzunehmen? Warum nicht? Dipl. Ing. Franz Viehböck, der Gast des Kamingespräches am 25.01.2019 im Palais Ephrussi, hat es gewagt. Am 2. Oktober 1991 war er mit an Bord der Sojus TM-13 und 2020 wird er Chef der Berndorf AG.

Ein klares Ziel vor Augen zu haben, ist für Franz Viehböck ganz wichtig. Man entwickelt dann die Energie, die Dinge zu machen, um dieses Ziel zu erreichen. Der gebürtige Wiener hat Elektrotechnik an der TU abgeschlossen und sich vor dem Abschluss seiner Doktorarbeit entschlossen, am Wettbewerb um eine Kosmonauten-Ausbildung im russischen Juri-Gagarin Training Center teilzunehmen. Er wurde auch unter vielen Kandidaten ausgewählt. Zwei Jahre hat das Training für das sowjetisch-österreichische Weltraum-Projekt „Austromir“ gedauert. Als bis dato einziger Österreicher verbrachte er neun Tage im All auf der Weltraumstation „Mir“. Das zweijährige Training hat mit dem Erwerb der Kenntnisse der russischen Sprache begonnen und war dermaßen intensiv und umfangreich, dass - wie Viehböck während des Kamingespräches feststellte - der Raumflug selbst etwas langweilig war. 

Profitiert hat Franz Viehböck von seinen „Astronauten-Jahren“ viel. Seine Erfahrungen im Stress- und Teammanagement hat er später auch in der Theorie vertieft. Viele interessante Menschen als auch Firmen, die er weltweit kennen gelernt hat, sind das Kapital, aus welchem er mit vollen Händen schöpfen kann. Neben seiner internationalen Tätigkeit für die Boeing Company als Director for International Business Development, Europa-Verantwortlicher für den Bereich „Space & Communications“ und Country Director von Boeing in Österreich, wurde er 2001 auch der Technologiebeauftragte des Landes Niederösterreich. Im Jahr 2002 stellte er sich auch einer neuen Herausforderung und wurde zum Geschäftsführer bei Berndorf Band. Seit 2008 ist er Mitglied des Vorstandes der Berndorf AG - einer Firmengruppe aus mehreren mittelständischen Technologieunternehmen, dessen Vorsitz er 2020 übernehmen wird.

Mit seiner vielseitigen internationalen Erfahrung engagiert er sich in Marktnischen und Themenbereichen, in welchen er sich wohl fühlt und den Markt versteht. Als weltoffener und neugieriger Mensch hat er noch Einiges vor und wird uns, wie auch damals seinen Doktorvater, bestimmt noch überraschen. Wir bedanken uns herzlich für das spannende Gespräch und wünschen weiterhin viel Erfolg!

 

Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer, Dipl. Ing. Franz Viehböck, Dr. Wolfgang Hofer (v.l.n.r.) - Foto: Anna Exinger

Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer, Dipl. Ing. Franz Viehböck, Dr. Wolfgang Hofer (v.l.n.r.) - Foto: Anna Exinger

Palais Ephrussi: Innenhof - Foto: Anna Exinger


Wissenschaftlicher Leiter Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer und die TeilnehmerInnen des postgradualen Universitätslehrgangs "Familienunternehmen und Vermögensplanung (LL.M.)", Studiengang 2018-2020

Foto: Anna Exinger


Verleihung des Leistungsstipendiums der Österreichischen Notariatsakademie für die Teilnahme am postgradualen Universitätslehrgang „Familienunternehmen und Vermögensplanung (LL.M.)“

Die Österreichische Notariatsakademie hat sich als Ziel die Unterstützung der begabten JuristInnen im Rahmen ihrer Fortbildung gesetzt. Am 24. September 2018 wurde ein Leistungsstipendium für die Teilnahme am postgradualen Universitätslehrgang „Familienunternehmen und Vermögensplanung (LL.M.)“ an Herrn Mag. Philip Fabry verliehen. Die Jury setzte sich aus Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer (Vorsitz und wissenschaftliche Leitung des Lehrgangs), Univ.-Prof. Dr. Sabine Kirchmayr-Schliesselberger (Institut für Finanzrecht, Universität Wien) und Dr. Michael Umfahrer (Präsident Österreichische Notariatsakademie) zusammen. Herr Mag. Philip Fabry ist 22 Jahre alt, in Lilienfeld geboren und zurzeit juristischer Mitarbeiter beim Rechtsanwalt Mag. Erwin Dirnberger. Wir gratulieren!

Notar Dr. Michael Umfahrer, Mag. Philip Fabry und Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer (v.l.n.r.) - Foto: Anna Exinger