Aktuelles aus dem Universitätslehrgang

Zuerst die Festplatte aufladen!

Das Unternehmergespräch mit Leo Hillinger fand am 4. Oktober 2019 auf seinem hoch modernen Weingut in Jois statt. Wunderschönes Wetter, der weite Ausblick zum Neusiedler See und herzlicher Empfang gaben einen exzellenten Rahmen für diesen spannenden Nachmittag. Eine höchst professionelle Führung durch das Weingut Hillinger bleibt bestimmt noch lange in Erinnerung der LehrgangsteilnehmerInnen.

„Ich muss was lernen!“ Dies hat Leo Hillinger zwar etwas spät begriffen, dafür aber erfolgreich. Aus einem dreimonatigen Praktikum in Deutschland wurden drei Jahre. Mit einem Stipendium auf einem Weingut in Kalifornien ist er richtig auf den Geschmack gekommen und hat gelernt, das Produkt Wein zu respektieren und zu lieben. Mit diesem Kulturgut hat er sich richtig mit Herz und Seele auseinander gesetzt. Riechen, schmecken und vor allem merken steht hier im Vordergrund. Die Zeit in Kalifornien prägt ihn bis heute. Für ihn war es damals unfassbar, was man alles am Weingut machen kann. „Irgendwann darfst du mich fotografieren!“ hat er zu einem Starfotografen am Weingut in Kalifornien gesagt. Einige Jahre später ist er tatsächlich aus Kalifornien nach Jois gekommen.

Um seine Ziele zu erreichen, hat Leo Hillinger viel ausprobiert. Anderssein war für ihn ein Muss. Bei seinen zahlreichen Versuchen, den eigenen Weinbetrieb auf die Beine zu stellen war er sowohl mit einer gewissen Portion Naivität, aber auch Innovation und Mut ausgerüstet. Reiten zwischen den Weinstöcken, Jazz Brunch, Festivals auf seinem Weingut, warum nicht? Auch wenn es oft sehr schwierig war und er sich manchmal dachte „am besten gleich sterben“. Sein Optimismus, Ausdauer und Konsequenz haben auch Früchte gebracht. „Auf einmal habe ich gewusst, ich bin dabei“. Bis heute rechnet Leo Hillinger noch in Schilling um - fürs Ego. Kein Wunder, wenn man als Mann mit 23 einen alten und stark verschuldeten Weinbetrieb vom Vater übernimmt.

Immer sehr aktiv und sportlich, um Netzwerke aufzubauen und die Kunden zu erreichen, hat er angefangen, Golf zu spielen. Die Frage „Wie wirst du zu einer Marke“ hat ihn sehr beschäftigt, sowie die Frage nach den Meinungsbildnern in seiner Branche. Auch als er schon zum neuen Stern am Weinhimmel geworden ist, war er immer noch mit den Fragen beschäftigt „Wie fällt man auf?“, „Wie fällt man umsonst auf?“. Als Rezept sagt er „Es ist wichtig nein zu sagen, lang genug“.

Lang genug hat Leo Hillinger auch gekämpft, um seinen Vater zu beweisen was er kann und dass er kein Verlierer ist, als welcher er allzu gerne bezeichnet worden ist. Man spürt, dass er seinen Beruf liebt. Auch seinen Kindern versucht er diese Liebe zum Weinanbau einzuprägen. “Geschäft kann werden, wenn du es liebst“ und zuerst ist wichtig „die Festplatte aufzuladen“. Auch der Generationenwechsel ist in der Familie Hillinger ein Thema. Dabei spielt Praxis im Ausland für den Vater der zwei Kinder eine sehr wichtige Rolle. „Wenn sie das Unternehmen übernehmen wollen, sollen sie 5 Jahre arbeiten – in kleinen und großen Betrieben. Sie sollen richtig lernen zu kämpfen“.

Mit 100 ha Weinfeldern in Rust, Jois und Oggau gehört Leo Hillinger zu den größten Weinproduzenten im Topqualitätssegment in Österreich. Den Neid kennt er nicht. Jede Flasche guter, österreichischer Wein macht auch für seinen Wein Werbung. Letztes Jahr hat er zusätzlich noch einen Keller vom Stift Heiligenkreuz erworben. Leo Hillingers immense Lebenskraft steckt an und bleibt im Kopf fest sitzen. Er hat es geschafft, seinen Traum zu verwirklichen - am Hügel von Jois, wo er als Kind mit seiner Mutter spazieren gegangen ist.

Diese Veranstaltung wurde exklusiv im Rahmen des postgradualen Universitätslehrgangs "Familienunternehmen und Vermögensplanung (LL.M.)" der Uni Wien angeboten.

Foto: Anna Exinger

Foto: Anna Exinger

Foto: Anna Exinger

Foto: Anna Exinger

Rückblick: Unternehmergespräch mit Dr. Maximilian Gruber am 14.06.2019 auf der Uni Wien

 

Das Schwierigste im Leben ist Veränderung, das hat auch Dr. Maximilian Gruber – Gast des Kamingespräches am 14.06.2019 am eigenen Leib erfahren. Als promovierter Jurist und Betriebswirtschaftler kann Dr. Gruber eine ungewöhnliche Karriere vorweisen. Er war Unternehmensberater und Investmentbanker, ist Drehbuchautor, Regisseur, Musiker, national und international tätig, mehrmals mit Preisen ausgezeichnet – ein Multitalent. Er sagt von sich selbst: "Ich bin kein Banker, der Autor und Regisseur wurde, sondern Autor und Regisseur, der einmal Banker war." Grubers Leben zeigt interessante Parallelen zwischen Jus und Filmbranche auf.

 

Nach seinem Jus-Abschluss studierte Gruber Sozial- und Wirtschaftswissenschaften in Wien, den USA und Frankreich. Danach folgte eine Regie-, Autoren- und Schauspielausbildung an der USC Film School in Los Angeles. In diesem Berufsfeld ist er auch geblieben. Ob er von seiner juristischen Erfahrung profitiert? Auf jeden Fall! Zum Beispiel beim bewussten Umgang mit der Sprache sind sich diese auf den ersten Blick total verschiedene Disziplinen ganz ähnlich. Laut Maximilian Gruber sollte man eine umfangreiche Ausbildung haben um sich in einem Berufsfeld erfolgreich zu etablieren. Irgendwann, irgendwo im Leben sollte eine Tiefe durchgedrungen sein. Gründlichkeit und Sorgfalt wirken dabei bestimmt unterstützend.

 

Als ausgebildeter Jurist ist man in der kreativen Branche ein Außenseiter, man hat einfach eine andere Sozialisierung. Aber wie vielen Milieus kann man gehören? „Manchmal verschweigt man, was man vorher gemacht hat“ so Gruber. Die Veränderung erscheint für ihn das Schwierigste im Leben zu sein. Das juristische systematische Vorgehen hat ihm bei seiner Veränderung geholfen und auch um sich selbst die zentralen Fragen des Lebens zu beantworten „Wo lebe ich?“, „Wo gehöre ich hin?“, „Was für einen Beruf übe ich aus?“. Der schönste Moment für Gruber als Filmemacher ist dann, wenn ein Schauspieler sein Drehbuch in die Hand nimmt. Bei den juristischen Texten ist es eigentlich ähnlich.

 

Der Weg der Veränderung ist laut Maximilian Gruber nicht einfach und man muss viele Kompromisse machen um dem Ideal näher zu stehen. Jede erste Textfassung ist eine entfernte Annäherung an die finale Version. In der Kreativbranche macht man die Dinge nicht für sich selbst. Es ist die große Kunst Menschen zu erreichen und ihnen anzubieten, was Freude macht. Gruber glaubt an harte Arbeit, aber nicht, dass sie unbedingt belohnt wird. „Ich glaube an völlige Unberechenbarkeit der menschlichen Gabe“ betont er zum Schluss. Wir bedanken uns herzlich für dieses hochspannende Gespräch!

 

 

Diese Veranstaltung wurde exklusiv im Rahmen des postgradualen Universitätslehrgangs „Familienunternehmen und Vermögensplanung (LL.M.)“ der Uni Wien angeboten.

 

 

Das Schwierigste im Leben ist Veränderung

Dr. Maximilian Gruber und Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer (v.l.n.r.) Foto: Anna Exinger

Dr. Maximilian Gruber und Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer (v.l.n.r.) Foto: Anna Exinger

Rückblick: Vortrag "Blockchain in Banking, Finance und Wealth Management – zivilrechtliche und regulatorische Aspekte", RA MMag. Dr. Thomas Feldkircher am 10.05.2019

Vermögensplanung ist ein dynamisches Gebiet, geprägt von Internationalität und raschen Entwicklungen im tatsächlichen und rechtlichen Bereich. Getreu den Zielen des Lehrganges „Familienunternehmen und Vermögensplanung“ – nämlich den Blick über den Tellerrand zu wagen und zu schärfen sowie die Vernetzung diverser Rechtsgebiete stets im Blick zu behalten – hatten die Teilnehmer am Freitag, 10. Mai 2019 die Möglichkeit, exklusiv den Vortag „Blockchain in Banking, Finance und Wealth Management – zivilrechtliche und regulatorische Aspekte“ von Herrn RA MMag. Dr. Thomas Feldkircher, Partner der Kanzlei NÄGELE Rechtsanwälte GmbH in Liechtenstein/Vaduz und Konsulent bei MME AG Zürich und Zug, zu besuchen. 

Blockchain ist ein brandaktuelles Thema am Puls der Zeit, das diverse juristische Fragestellungen mit sich bringt. RA MMag. Dr. Feldkircher spannte den Bogen seines Vortrages von grundlegenden Ausführungen zur Distributed Ledger Technologie, über die juristische Einordnung eines Token in Zivil- und Aufsichtsrecht nach liechtensteinischer Perspektive, bis hin zum Praxisthema des Handels von Token in Primär- und Sekundärmarkt, wobei immer wieder Bezüge dieser Fragestellungen zum EU-weit harmonisierten Rechtsrahmen hergestellt wurden. Besonders interessant waren die Ausführungen zum Gesetzesvorschlag des „Blockchain-Gesetzes“ in Liechtenstein, an dessen Ausarbeitung die Kanzlei NÄGELE Rechtsanwälte GmbH mitbeteiligt war und damit sowohl Werdegang, als auch Hintergrund des Gesetzes im Rahmen des Vortrags aus erster Hand beleuchtet werden konnten. Aus den Ausführungen von RA MMag. Dr. Feldkircher wurde deutlich, dass das Thema Blockchain auf vielfältige Weise für Juristen bereits jetzt, aber auch in der Zukunft diverse Betätigungsfelder mit sich bringen wird. RA MMag. Dr. Feldkircher bot dem interessierten Publikum ein vielfältiges Potpourri an spannenden juristischen Themen in Zusammenhang mit der Blockchain-Technologie, das auf viel Neugierde stieß und beim gemütlichen Ausklang noch zu dem ein oder anderen spannenden Gespräch mit dem Vortragenden führte.

Wir danken Herrn RA Dr. MMag. Dr. Thomas Feldkircher für den interessanten Vortrag, der HIER heruntergeladen werden kann.

 

 

Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer und RA MMag. Dr. Thomas Feldkircher (v.l.n.r.) Foto: Lena Zauchner

Rückblick: Unternehmergespräch mit Dipl. Ing. Franz Viehböck am 25.01.2019 im Palais Ephrussi

Die Unternehmergespräche des postgradualen Universitätslehrgangs „Familienunternehmen und Vermögensplanung (LL.M.)“ sind ein exklusives Event, welches den LehrgangsteilnehmerInnen ermöglicht, über den Tellerrand zu blicken und sich auch von bekannten Persönlichkeiten und ihren Werdegängen inspirieren zu lassen. Gastgeber und Mitorganisator ist die B&C Privatstiftung mit ihrem Sitz im Palais Ephrussi. Dieses vom berühmten Ringstraßenarchitekten Theophil Hansen entworfene Prunkbauwerk wurde zuletzt über das Buch von Edmund de Waal „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ wieder neu entdeckt.

 

Sein Doktoratsstudium abbrechen, um an einem Weltraumprojekt teilzunehmen? Warum nicht? Dipl. Ing. Franz Viehböck, der Gast des Kamingespräches am 25.01.2019 im Palais Ephrussi, hat es gewagt. Am 2. Oktober 1991 war er mit an Bord der Sojus TM-13 und 2020 wird er Chef der Berndorf AG.

Ein klares Ziel vor Augen zu haben, ist für Franz Viehböck ganz wichtig. Man entwickelt dann die Energie, die Dinge zu machen, um dieses Ziel zu erreichen. Der gebürtige Wiener hat Elektrotechnik an der TU abgeschlossen und sich vor dem Abschluss seiner Doktorarbeit entschlossen, am Wettbewerb um eine Kosmonauten-Ausbildung im russischen Juri-Gagarin Training Center teilzunehmen. Er wurde auch unter vielen Kandidaten ausgewählt. Zwei Jahre hat das Training für das sowjetisch-österreichische Weltraum-Projekt „Austromir“ gedauert. Als bis dato einziger Österreicher verbrachte er neun Tage im All auf der Weltraumstation „Mir“. Das zweijährige Training hat mit dem Erwerb der Kenntnisse der russischen Sprache begonnen und war dermaßen intensiv und umfangreich, dass - wie Viehböck während des Kamingespräches feststellte - der Raumflug selbst etwas langweilig war. 

Profitiert hat Franz Viehböck von seinen „Astronauten-Jahren“ viel. Seine Erfahrungen im Stress- und Teammanagement hat er später auch in der Theorie vertieft. Viele interessante Menschen als auch Firmen, die er weltweit kennen gelernt hat, sind das Kapital, aus welchem er mit vollen Händen schöpfen kann. Neben seiner internationalen Tätigkeit für die Boeing Company als Director for International Business Development, Europa-Verantwortlicher für den Bereich „Space & Communications“ und Country Director von Boeing in Österreich, wurde er 2001 auch der Technologiebeauftragte des Landes Niederösterreich. Im Jahr 2002 stellte er sich auch einer neuen Herausforderung und wurde zum Geschäftsführer bei Berndorf Band. Seit 2008 ist er Mitglied des Vorstandes der Berndorf AG - einer Firmengruppe aus mehreren mittelständischen Technologieunternehmen, dessen Vorsitz er 2020 übernehmen wird.

Mit seiner vielseitigen internationalen Erfahrung engagiert er sich in Marktnischen und Themenbereichen, in welchen er sich wohl fühlt und den Markt versteht. Als weltoffener und neugieriger Mensch hat er noch Einiges vor und wird uns, wie auch damals seinen Doktorvater, bestimmt noch überraschen. Wir bedanken uns herzlich für das spannende Gespräch und wünschen weiterhin viel Erfolg!

 

Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer, Dipl. Ing. Franz Viehböck, Dr. Wolfgang Hofer (v.l.n.r.) - Foto: Anna Exinger

Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer, Dipl. Ing. Franz Viehböck, Dr. Wolfgang Hofer (v.l.n.r.) - Foto: Anna Exinger

Palais Ephrussi: Innenhof - Foto: Anna Exinger


Verleihung des Leistungsstipendiums der Österreichischen Notariatsakademie für die Teilnahme am postgradualen Universitätslehrgang „Familienunternehmen und Vermögensplanung (LL.M.)“

Die Österreichische Notariatsakademie hat sich als Ziel die Unterstützung der begabten JuristInnen im Rahmen ihrer Fortbildung gesetzt. Am 24. September 2018 wurde ein Leistungsstipendium für die Teilnahme am postgradualen Universitätslehrgang „Familienunternehmen und Vermögensplanung (LL.M.)“ an Herrn Mag. Philip Fabry verliehen. Die Jury setzte sich aus Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer (Vorsitz und wissenschaftliche Leitung des Lehrgangs), Univ.-Prof. Dr. Sabine Kirchmayr-Schliesselberger (Institut für Finanzrecht, Universität Wien) und Dr. Michael Umfahrer (Präsident Österreichische Notariatsakademie) zusammen. Herr Mag. Philip Fabry ist 22 Jahre alt, in Lilienfeld geboren und zurzeit juristischer Mitarbeiter beim Rechtsanwalt Mag. Erwin Dirnberger. Wir gratulieren!

Notar Dr. Michael Umfahrer, Mag. Philip Fabry und Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer (v.l.n.r.) - Foto: Anna Exinger